Glück: Beeinflussbar oder purer Zufall?

Jeder ist seines Glückes Schmied – so sagt es jedenfalls der Volksmund. Doch stimmt das tatsächlich? Können wir den Lauf unseres Schicksals wirklich beeinflussen, wenn wir uns nur genug bemühen? Und wenn ja, wie lautet die geheime Glücksformel?

Dem Glück auf die Schliche zu kommen scheint ein tiefsitzendes menschliches Bedürfnis zu sein. Schon frühe Kulturen haben sich mit der Frage beschäftigt, was Glück eigentlich ist. Welche Faktoren müssen erfüllt sein, damit ein Mensch glücklich ist? Lässt sich das Glück beeinflussen? Und wenn ja, wie? Auf solche und ähnliche Fragen hatten Philosophen und Gelehrte zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Antworten.

So war der legendäre chinesische Philosoph Lao Tse der Meinung, dass ein Mensch nur dann glücklich wird, wenn er aufhört, irgendwelchen Zielen hinterherzujagen und das Glück zu „suchen“. Nur der Untätige könne wirklich glücklich werden, davon war Lao Tse im 6. Jahrhundert vor Christus überzeugt.

Die griechischen Philosophen des 5. und 4. Jahrhunderts vor Christus dagegen meinten, der Schlüssel zum Glück liege in einer tugendhaften Lebensweise. Wer sein Leben so führt, dass er sich nichts zu Schulden kommen lässt, gelange nach dem Tod zu den Inseln der Seligen, war beispielsweise Platon überzeugt.

Eine hedonistische Auffassung von Glück hatte Epikur im 4. Jahrhundert v. Chr. Der Hedonist setzt alles daran, möglichst viel Lust zu erleben und möglichst wenig Leid zu erfahren.

Aktueller Stand der Glücksforschung

Heutzutage ist die Definition von Glück nicht mehr nur den Philosophen vorbehalten. Auch Psychologen, Physiologen und Sozialwissenschaftler beschäftigen sich mit der Erforschung des Glücks und nähren sich der Frage, was den Menschen denn nun eigentlich glücklich mache, mit wissenschaftlichen Mitteln.

In der Glücksforschung werden zwei Arten von Glück unterschieden: Das Zufallsglück und das Lebensglück (auch als „Glück der Fülle“ bezeichnet). Das Zufallsglück lässt sich nicht aktiv beeinflussen. Es ist definiert als positives Ereignis oder als eine Aneinanderreihung von mehreren Ereignissen, deren Ergebnis besser ausfällt als erwartet.

So geht es beim Spielen von Glücksspielen beispielsweise um das Zufallsglück. Das Ziel dieser Spiele ist es, einen Gewinn zu machen, indem bestimmte Ereignisse eintreten. Das kann beispielsweise die richtige Kombination von Bildern bei einem Spielautomaten sein oder die richtige Vorhersage der Zahl, auf welcher die Kugel beim Roulette landet. Diese Art des Glücks können wir nicht beeinflussen. Trotzdem löst es in uns natürlich Glücksgefühle aus, wenn wir gewinnen oder gar eine sogenannte Glückssträhne haben.

Wie lässt sich Glück messen?

Glück kann man nicht sehen, zählen oder berechnen. Daher ist es nicht ganz einfach zu bestimmen, wie glücklich jemand ist. Äußere Zeichen sagen nicht unbedingt etwas über den inneren Zustand des jeweiligen Menschen aus. Es bringt deshalb wenig, zu zählen, wie oft ein Mensch lächelt oder ähnliche äußere Anzeichen von „Glück“ zeigt, da dies nicht unbedingt etwas über sein tatsächliches Befinden und seine emotionale Verfassung aussagt. Wie glücklich ein Mensch ist, lässt sich von Außenstehenden nur sehr schwer beurteilen. Nicht jeder glücklich wirkende Mensch ist es auch, und manchen glücklichen sieht man ihr positives Empfinden nicht an. Erschwerend kommt hinzu, dass das Glücksempfinden je nach Tagesform stark schwanken kann.

In der Glücksforschung wird das empfundene Glück der Menschen mit Hilfe von Umfragen ermittelt. Hierbei sind relativ große Stichproben nötig, um statistisch aussagekräftige Werte zu erhalten. Doch auch wenn sehr viele an der Befragung teilnehmen, stellt eine solche Umfrage die Wissenschaftler vor einige Probleme. Eines davon ist zum Beispiel, dass das Glücksempfinden bei ein und demselben Menschen stark schwanken kann, und auch die Antworten auf die Fragen der Glücksforscher können stark vom aktuellen Befinden der Testperson beeinflusst sein. Wird aber eine große Gruppe von Menschen befragt, so gleichen sich diese Ungenauigkeiten zu einem großen Teil wieder aus, da hier sowohl Menschen dabei sind, die zum Zeitpunkt der Umfrage glücklicher sind als gewöhnlich und auch Menschen, die zum aktuellen Zeitpunkt weniger Glück empfinden, als es normalerweise für sie üblich ist.

Vor allem bei internationalen Umfragen muss zusätzlich noch darauf geachtet werden, dass die Fragen so formuliert sind, dass sie nicht in verschiedenen Sprachen und Kulturen unterschiedlich definiert und interpretiert werden und somit unbrauchbare Ergebnisse liefern.

Glück kann man trainieren

Während wir das Zufallsglück nicht beeinflussen können, lässt sich das sogenannte Lebensglück tatsächlich erlernen. Studien haben gezeigt, dass das persönliche Glücksempfinden nur zu einem kleinen Teil von äußeren Faktoren abhängig ist. Verschiedene Menschen können unterschiedlich glücklich oder traurig sein, auch wenn sie unter nahezu gleichen Bedingungen leben.

Wie wir Glück wahrnehmen und empfinden, hat mit den Strukturen in unserem Gehirn zu tun. Es gibt sowohl eine genetische Komponente, wie unter anderem Forschungsergebnisse mit Geschwistern und Zwillingen gezeigt haben, aber auch ein „antrainiertes“, also im Laufe des Lebens erlerntes Glücksempfinden.

Dabei verhält es sich mit den Synapsen im Gehirn wie mit einem Muskel: Was öfter benutzt wird, wird vom Organismus ausgebaut und „wächst“, beziehungsweise kann schneller aktiviert werden. Wenn wir uns also häufig positive Gedanken machen, wird das mit der Zeit dazu dazu führen, dass an den entsprechenden Stellen im Gehirn stärkere Verbindungen entstehen. Das macht uns wiederum auch in anderen Momenten unbewusst glücklicher. Umgekehrt führen viele negative Gedanken dazu, dass wir weniger Glück empfinden. Ein Ansatz bei einer Psychotherapie kann es daher sein, sich gezielt an positive Momente zu erinnern und damit bewusst Glücksgefühle hervorzurufen.

Glück in der Schule lernen

Glückliche Menschen sind erfolgreicher, gesünder und leben länger. Da sich „glücklich sein“ bis zu einem gewissen Grad trainieren lässt, liegt es nahe, „Glück“ auch in der Schule zu unterrichten. Gerade in Zeiten steigenden Leistungsdrucks ist es sinnvoll, den zunehmenden Stresssymptomen unter Schülern etwas entgegenzusetzen.

So wird mittlerweile an mehreren Schulen, unter anderem in Heidelberg und Berlin, Glück auch in der Schule unterrichtet. Die Schüler lernen im Unterricht, wie sie selber zu einem stärkeren Glücksempfinden beitragen können und diskutieren untereinander, worauf es im Leben wirklich ankommt. So rückt möglicherweise die Angst vor der nächsten Prüfung in den Hintergrund, während der Blick für die eigenen, ganz individuellen Ziele im Leben geschärft wird.

Wo sind die Menschen am glücklichsten?

Durch Befragungen einer großen Gruppe von Menschen haben Forscher versucht herauszufinden, in welchen Ländern die Menschen am glücklichsten sind. Auffallend ist, dass hier die skandinavischen Länder die Nase vorn haben.

Weltkarte des Glücks 2017
So ist das Glück auf der Welt verteilt. Diese Karte basiert auf den Ergebnissen des World Happiness Report von 2017.

Wie kommen die Unterschiede zustande?

Auch wenn es sich bei den glücklichsten Ländern ausnahmslos um wohlhabende Länder handelt, ist finanzieller Wohlstand anscheinend nicht der entscheidende Faktor. Woran aber liegt es, dass die skandinavischen Länder soweit oben landen? Neben den persönlichen Faktoren scheint das Einkommensgefälle eine Rolle zu spielen. Dieses ist nämlich in den skandinavischen Ländern deutlich weniger ausgeprägt, als beispielsweise im deutlich hinter diesen Ländern platzierten Deutschland. Die Angst vor einem möglichen sozialen Abstieg ist somit in den „glücklicheren“ Ländern geringer. Auch das Gefühl, sein Leben frei und selbstbestimmt führen zu können, korreliert mit dem persönlichen Glücksempfinden der Menschen.

Eine weitere Rolle spielt anscheinend das Vertrauen in andere Menschen. Während die Menschen in den weiter hinten platzierten Ländern tendenziell eher misstrauisch sind, gaben beispielsweise 75% der Norweger an, dass sie den meisten Menschen vertrauen würden. Eine positive Denkweise scheint generell eine große Rolle zu spielen.So sind auch in den ärmeren Ländern die Menschen am glücklichsten, die eine positive Einstellung zu ihren Mitmenschen haben. Auch wenn Menschen mit schwierigen Lebensumständen klarkommen müssen, trägt es zum Glücksempfinden bei, die positiven Dinge sehen zu können und zufrieden mit den kleinen Freuden des Alltags zu sein.


Die glücklichsten Länder der Welt

1. Dänemark
2. Norwegen
3. Schweiz
4. Niederlande
5. Schweden
6. Kanada
7. Finnland
8. Österreich
9. Island
10. Australien

26. Deutschland

Die unglücklichsten Länder der Welt

1. Togo
2. Benin
3. Zentralafrika
4. Burundi
5. Ruanda
6. Tansania
7. Guinea
8. Komoren
9. Syrien
10. Senegal


Die Maslowsche Bedürfnis-Hierarchie

Beim Blick auf Liste der unglücklichsten Länder fällt auf, dass es sich um sehr arme oder von Krieg gezeichnete Länder handelt. Das hier allgemein kein großes Glücksgefühl bei der Bevölkerung vorhanden ist, erscheint auch dem Laien verständlich.

In diesen Ländern sind bestimmte Grundbedürfnisse nicht erfüllt, so dass die meisten Einwohner sich den „höheren Bedürfnissen“ gar nicht erst zuwenden. Eine genauere Erklärung dieses Phänomens gibt die sogenannte Bedürfnispyramide des amerikanischen Psychologen Abraham Maslow, der als der wichtigste Gründervater der humanistischen Psychologie gilt. Maslow war der Ansicht, dass der Mensch grundsätzlich als gut angesehen werden könne und durch ein angeborenes Potential angetrieben wird, die Selbstverwirklichung als höchste Stufe des Glücks zu erreichen.

Auf dem Weg zur Selbstverwirklichung werden aber die verschiedenen Bedürfnisse mit unterschiedlicher Priorität gestillt. Zunächst müssen die physiologischen Bedürfnisse (Hunger, Atmen, Schlafbedürfnis) gestillt sein, damit sich der Mensch der nächsten Ebene zuwenden könne. Schon auf dieser ersten Stufe gibt es in den von uns betrachteten „unglücklichen“ Ländern erhebliche Mängel, so dass bereits an dieser Stelle keine allzu große Aufmerksamkeit auf die Befriedigung der Bedürfnisse der nächsten Stufe gerichtet werden kann.

Sind dagegen die Bedürfnisse der ersten Stufe einigermaßen befriedigt, tauchen die sogenannten Sicherheitsbedürfnisse auf. Unbefriedigte Sicherheitsbedürfnisse treten nicht nur bei Menschen in unsicheren Lebenssituationen wie beispielsweise in einem Krisengebiet auf, sondern können auch durch Krankheiten wie zum Beispiel Angststörungen oder krankhafte Zwänge verursacht werden.

Eine weitere Stufe über den Sicherheitsbedürfnissen stehen die sozialen Bedürfnisse. Maslow geht davon aus, dass der Mensch soziale Beziehungen benötigt und seinen Platz in einer sozialen Gruppe sucht.

Auf der vierten Stufe der Pyramide stehen die Individualbedürfnisse. Hier geht es um  Wertschätzung, Unabhängigkeit und Freiheit. Erst wenn auch diese Bedürfnisse erfüllt sind, könne sich der Mensch der fünften Stufe, der Selbstverwirklichung zuwenden.

Dynamischere Betrachtungen der Maslowschen Bedürfnishierarchie

Die Darstellung als Pyramide stammt nicht von Maslow selbst und verleitet zu einer sehr statischen Betrachtung des Modells. Aus der Praxis ist aber bekannt, dass die unteren Kategorien nicht zu 100% befriedigt sein müssen, um sich der nächsthöheren Kategorie zuwenden zu können. Bestimmte Personengruppen, beispielsweise buddhistische Mönche, können sogar viele der unteren Bedürfnisse aktiv unterdrücken und sich dennoch den höheren Kategorien zuwenden. Daher ist eine dynamischere Betrachtung des Maslowschen Ansatzes sinnvoll. Der Grundgedanke, nämlich die Annahme, dass Menschen sich ohne die Befriedigung elementarer Grundbedürfnissen weniger mit den „höheren“ Bedürfnissen auseinandersetzen, spiegelt sich jedoch auch in der Betrachtung der „glücklichen“ und „unglücklichen“ Länder wider.

Dopamin-Ausschüttung im Gehirn
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Das passiert im Gehirn

Im sogenannten Mittelhirn befindet sich eine Region, die als Glückszentrum bezeichnet wird. Hier befinden sich Nervenzellen, die bei Stimulierung den Botenstoff Dopamin ausstoßen, welcher dann in andere Hirnareale weitertransportiert wird. Durch den erhöhten Dopaminspiegel wird der gesamte Organismus stimuliert, wird aufmerksamer, aktiver und auch lernfähiger. Nach einer Weile sind der Dopaminspiegel wieder ab und das Gehirn kehrt in den „Normalzustand“ zurück.

Die Illustration zeigt die Ausschüttung des Dopamins an der Synapse.

Geld allein macht nicht glücklich

Auch wenn der Vergleich unterschiedlicher Länder gezeigt hat, dass ein gewisses Maß an Wohlstand für ein höheres Glücksempfinden sorgt, ist Geld ab einem gewissen Punkt nicht mehr entscheidend dafür, wie glücklich ein Mensch ist.

So haben zum Beispiel Betrachtungen in wohlhabenden Ländern gezeigt, dass die reichsten Personen nicht auch gleichzeitig die glücklichsten sind.

Mit Geld lassen sich die Grundbedürfnisse befriedigen und ein gewisser Wohlstand bietet auch Sicherheit. Die höheren Bedürfnisse des Menschen sind jedoch von Geld unabhängig. Zu viel Geld kann sogar das Gegenteil bewirken, nämlich dann, wenn Konsum als Ersatzbefriedung an Stellen dient, an denen eigentlich andere Bedürfnisse vorrangig sind.

Ein hoher Lottogewinn macht kurzfristig glücklich. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass bereits nach knapp zwei Jahren die Gewinner sich nicht mehr als glücklicher empfinden, wie in der Zeit vor dem Gewinn. Vielfach trat sogar ein gegenteiliger Effekt ein, und die Gewinner waren trotz Geld nach wenigen Jahren deutlich unglücklicher, als sie es ohne Reichtum gewesen sind. Dies zeit deutlich, dass die Erfüllung finanzieller Wünsche langfristig nicht glücklich macht. Plötzlicher Reichtum und damit eine deutliche Verbesserung des Lebensstandards können für gewisse Zeit eine Art Euphorie auslösen, ist diese allerdings verflogen, so folgt oftmals ein Tief.

Problematisch ist es, wenn nicht erkannt wird, woran es dem „unglücklichen Lottogewinner“ eigentlich mangelt: Der Erfüllung höherer Bedürfnisse wie sozialen Kontakten, Wertschätzung als Person und Selbstverwirklichung. Dann wird unter Umständen versucht, das fehlende Glück durch Luxus zu kompensieren, was in der Regel nicht gelingt und möglicherweise sogar dazu führt, dass der Reichtum nur von kurzer Dauer ist.

Die Tatsache, dass es auch unter den extrem reichen Menschen viele Unglückliche gibt, bedeutet aber nicht, dass Geld unglücklich macht. Es macht eben nur ab einem gewissen Punkt nicht glücklicher.

Glück als oberstes Staatsziel

Dass Geld und der damit vorhandene Wohlstand allein nicht glücklich machen und ohnehin nicht bei allen Menschen in gleichermaßen ankommen, hat Jigme Singye Wangchuk, der vierte König Bhutans, festgestellt. Der Monarch des kleinen Königreichs in Südasien (Einwohner: rund 700.000) verstand schon in den 1980er-Jahren, dass das Bruttoinlandsprodukt nicht das ideale Maß ist, um ein komplexes Konstrukt wie das Glück zu beschreiben. Da es ihm aber vor allem darum ging, zu erfahren, wie glücklich sein Volk ist, entwarf er das Bruttonationalglück als entscheidenden Messwert. Dies zu erhöhen gilt in Bhutan seitdem als oberstes Staatsziel.

Um die Zufriedenheit seines Volkes zu erhöhen, hat er folgende vier Leitlinien formuliert: Bewahren und Fördern der Kultur, gerechte Wirtschaftsentwicklung, gutes Regieren sowie Leben im Einklang mit der Natur. Das Bruttonationalglück lässt sich als Haus mit vier Säulen beschreiben, die alle gleich hoch sind, also in Einklang miteinander stehen müssen. Nur so kann das Gebäude stabil stehen. Nach Ansicht der königlichen Herrscher ist der Kapitalismus nur ein Haus mit einer Säule und dementsprechend fragil.

Die „Jagd nach dem Glück“ kann abhängig machen

Durch einen erhöhten Dopaminspiegel im Gehirn empfinden wir ein Glücksgefühl. Allerdings wird das Dopamin nach einer Weile wieder abgebaut, so dass kein Mensch dauerhaft im Zustand der Euphorie bleiben kann. Da wir aber evolutionär darauf ausgelegt sind, nach Glück zu streben, versuchen wir, das Glücksgefühl erneut auszulösen.

Das ist prinzipiell nichts Schlechtes und sogar überlebensnotwendig, kann aber auch zu Problemen führen. So kann der erhöhte Spiegel an glücklich machenden Neurotransmittern unter anderem auch durch Drogen wie zum Beispiel Kokain ausgelöst werden. Da der Gehalt des Dopamins aber nach dem „Kick“ schnell wieder abnimmt, entsteht ein hohes Verlangen nach der erneuten Einnahme der Droge. Mit der Zeit findet bei den meisten Drogen zusätzlich eine Gewöhnung statt, so dass immer mehr von dem Suchtmittel benötigt wird, um das erwünschte Gefühl auszulösen. Ein Hochgefühl wie beim ersten Mal lässt sich in der Regel nicht erneut erzeugen.

Auf die gleiche Art und Weise wie die Sucht nach Drogen können auch nicht-stoffgebundene Süchte entstehen. An dieser Stelle sollte die Spielsucht genannt werden. Auch der Gewinn an einem Spielautomaten oder im Casino löst zunächst ein Glücksgefühl aus. Dieses wird noch dadurch verstärkt, dass es unerwartet und überraschend kommt, denn der Spieler kann niemals wissen, wann der Automat einen Gewinn ausspuckt.

Genau wie bei der Sucht nach Drogen wird auch hier versucht, das Glücksgefühl erneut zu erzeugen. Ein Gewöhnungseffekt kann sich unter anderem dadurch bemerkbar machen, dass kleine Gewinne nicht mehr ausreichen, um glücklich zu machen. Es werden immer höhere Beträge gesetzt, um einen entsprechend größeren Gewinn zu ermöglichen.

Sport kann zum Glück beitragen

Bei Sport und Bewegung wird nicht nur die Durchblutung des gesamten Körpers gesteigert, es werden auch verschiedene „Glückshormone“ freigesetzt. Regelmäßige körperliche Betätigung trägt damit auch zur geistigen Gesundheit und einem stärkeren Glücksempfinden bei. Wie bei den meisten Dingen gilt es aber auch hier, das richtige Maß zu finden: Leistungssportler sind statistisch betrachtet nicht glücklicher als Menschen, die regelmäßige moderat Sport treiben. Körperliche Überforderung kann sogar das Gegenteil bewirken.

Geht es im Casino wirklich um Glück?

Beim Besuch eines Casinos, egal ob online oder live, hoffen die Spieler natürlich, dass sie viel Glück haben und einen großen Gewinn mit nach Hause nehmen können. Aber was bedeutet „Glück haben“ im Casino eigentlich?

Bei jedem Spiel lässt sich ein Erwartungswert berechnen. Dieser hängt von der Höhe des Einsatzes und von der Auszahlungsquote ab. Beträgt zum Beispiel bei einem Spielautomaten die Auszahlungsquote 96%, so bekommt der Spieler im Schnitt pro 100 Euro Einsatz 96 Euro wieder ausgezahlt, hat also 4 Euro verloren. Natürlich entsprechen einzelne Spiele und auch einzelne Serien von Spielen selten dem Erwartungswert. Hier kommt das Glück ins Spiel. Bekommt der Spieler für seine 100 Euro Einsatz an diesem Abend 200 Euro ausgezahlt, so hat er „Glück gehabt“.

Langfristig gleicht sich das Ergebnis der Summe aller Spiele an den theoretischen Erwartungswert an. Kurzfristig kann es jedoch deutlich darüber oder auch deutlich darunter liegen.

Da ein Casino nur dann profitabel wirtschaften kann, wenn es die Spieler mit einem Erwartungswert von weniger als 100% spielen, kann mit regelmäßiger Teilnahme am Glücksspiel kein dauerhafter Gewinn erwirtschaftet werden. Diese Tatsache ist den meisten erfahrenen Spielern auch bekannt, und trotzdem zieht es sie immer wieder in die Casinos und Spielhallen. Vorausgesetzt, dass keine krankhafte Spielsucht vorliegt, kann dieses Verhalten dadurch erklärt werden, dass das Spielen einfach Spaß macht. Somit ist das Spiel an sich schon ein Glücksfaktor. Dieser wird natürlich durch einen Gewinn noch einmal erheblich gesteigert.

Typische Auszahlungsquoten bei verschiedenen Spielen

SpielAuszahlungsquote
Französisches Roulette, Wette auf einfache Chancen98,65%
Französisches Roulette, Wette auf mehrfache Chancen97,3%
Black Jack (bei optimaler Spielweise)99,525%
Automatenspiele in seriösen Online Casinosca. 95-96%
Automatenspiele in der Spielhalleca. 60-70%

Das Spieler-Glück beeinflussen

Es gibt Casino-Spiele, bei denen der Spieler zu 100% vom Glück abhängig ist. Hierzu gehören zum Beispiel Automaten oder auch das beliebte Roulette. Auch für diese Spiele kursieren verschiedene Taktiken, letztendlich bleiben die Erwartungswerte aber gleich. Bei anderen Spielen, wie beispielsweise Poker und Black Jack, spielt das Glück ebenfalls eine entscheidende Rolle, die Gewinnchancen werden jedoch auch von der Spielweise beeinflusst. Bei solchen Spielen sollte man sich vorher intensiv mit der erforderlichen Taktik auseinandersetzen, um die maximalen Gewinnchancen zu erhalten. Reine Glücksspiele eignen sich dagegen gut zum Vergnügen.

Glücksbringer: Kleeblatt, Schornsteinfeger und Co

Viele Menschen haben zum Beispiel im Casino oder beim Pferderennen sogenannte Glücksbringer dabei. Das kann ein kleines Kuscheltier, ein „Glückspfennig“ ein vierblättriges Kleeblatt oder etwas anderes sein. Auch im Alltag sind Glücksbringer häufig anzutreffen, so hängen beispielsweise an oder in vielen Häusern Hufeisen, die für Glück sorgen sollen.

Das die Menschen durch diese Gegenstände mehr Zufallsglück haben ist unwahrscheinlich, aber allein der Glaube daran kann unter Umständen Sicherheit vermitteln.

Fazit: Glück ist kompliziert

Die Frage, was Glück eigentlich ist, beschäftigt die Menschen schon seit sehr langer Zeit. Die Glücksforschung hat Methoden und statistisch relativ aussagekräftige Tests entwickelt, um das persönliche Glücksempfinden der Menschen zu messen. Dennoch bleibt das Glück ein sehr kompliziertes Thema, denn es hängt von vielen Faktoren ab. Die Tatsache, dass sich Glück trainieren lässt, wird mittlerweile in der Therapie von psychischen Erkrankungen, in Coachings und auch im Schulunterricht berücksichtigt.

Auch in den kommenden Jahren wird die Glücksforschung mit Sicherheit weitere Erkenntnisse und Theorien liefern, denn das Thema ist längst nicht abgeschlossen und viele interessante Fragen sind noch unerforscht.

 

Quellen

casinogutscheincode.com 2018-07-16